Anderthalb Tage in Fulda – ein spontaner Ausflug [Reisetagebuch]

Orangerie Fulda

Fulda: Die neuntgrößte Stadt Hessens und die größte Stadt Osthessens (laut Wikipedia). Eine Stadt, in der Modernität auf Barock trifft und in der man das Glück in einem Café sucht und findet. Eine Stadt, aus der Tobias Sammet, der Frontman von Edguy und der Initiator von Avantasia stammt. Und eine Stadt, in der sich ein Städteurlaub mit Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten bestimmt lohnt – nicht nur ein Kurzausflug, wie mein Mann Kai und ich ihn gemacht haben. Das sind nur einige, wenige, kleine Fakten über Fulda.

Aber auf jeden Fall lohnt sich auch ein Kurztrip dorthin, einfach nur, um dem Alltag zu entfliehen, etwas Neues zu sehen und in einer neuen Umgebung spazieren zu gehen und neue Eindrücke zu sammeln. Ich möchte euch in einem kleinen Reisetagebuch von unseren Erlebnissen erzählen.

[Also von Anfang an…]

Morgens wurden Kai und ich von unserer schrillen Haustürklingel geweckt – der Postbote stand vor der Tür, früher, als wir es gewohnt sind. Meine Visitenkarten kamen an! Und, mal ganz nebenbei erwähnt, sie sind klasse geworden! Bei Gelegenheit kann ich sie euch gerne zeigen.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Nachdem wir wach waren, hatte ich die Idee: Warum nicht einmal wirklich spontan nach Fulda fahren, nur für eine Nacht?

Gesagt, getan. Ein günstiges Hotel, in dem wir schon einmal übernachteten, als wir für ein Avantasia-Konzert in Fulda waren, war schnell gebucht. Das Ibis Hotel ist auch ganz schick und wenn man nachts noch Hunger haben sollte, bekommt man sogar noch kleine Snacks. (Bei unserem letzten Aufenthalt haben wir das nach dem Konzert natürlich genutzt. 😀 )

Von Bad Sooden-Allendorf in Nordhessen kann man mit dem Cantus (so heißt die Regionalbahn bei uns) in anderthalb Stunden nach Fulda fahren, mit nur einem Umstieg in Bebra. Von daher ist Fulda für uns auch ein idealer Ort für einen ganz kurzen Kurzurlaub.


[15.16 Uhr]
Die Zugfahrt

Kai und ich sitzen seit 11 Minuten im Zug. Er hat ein wenig Kopfschmerzen und schaut noch in sein Smartphone. Das ist auf der Zugstrecke hier in der sehr ländlichen Gegend jedoch sehr unspektakulär – das mobile Internet ist nur mäßig. Dafür kann man aber aus dem Fenster schauen. Wir verlassen den Bahnhof in Eschwege und fahren gleich durch Felder, die unterbrochen werden von Häuserdächern der Dörfer, Gemeinden und Städte. Und ich wette mit dir, dass Kai mich demnächst auffordert, Tiere zu suchen. Das ist seine Lieblingsbeschäftigung im Zug und meistens hat er Glück damit.


 [15.27 Uhr]
Eine kurze Notiz – Wette gewonnen

Suchst du auch Tiere?

Hat Kai mich eben gefragt, nach nur zwei Minuten ohne Tablet auf meinem Schoß. 😀


[16.37 Uhr]
Ankunft in Fulda – Unser Spaziergang zum Hotel

Universitätsplatz Fulda
Der Universitätsplatz in Fulda, mit Blick auf das Gebäude der Alten Universität. Heute befindet sich darin die Adolf-von-Dalberg Schule.
Barockviertel in Fulda
Das Barockviertel in Fulda. Links: Das Lokal „Viva Havanna“ mit kubanischer und mediterraner Küche und Cocktails (das Lokal besuchten wir aber noch nie).
Rechts im Hintergrund: Der Dom.

Vom Hauptbahnhof in Fulda kann man auf zwei Wegen zum Hotel Ibis gelangen: Auf einem kürzeren Weg, der aber nicht besonders ist, oder aber durch die Innenstadt Fuldas – durch die Innenstadt, in der sich historische Gebäude neben moderneren Gebäuden reihen, dann durch das Barockviertel, am Stadtschloss, am Dom und an der Orangerie vorbei.

Bischöfliches Vikariat FuldaNachdem wir durch das Barockviertel gegangen sind, zieht mich ein Gebäude an, weil es eines dieser „verwunschenen“, alten Häuser ist, die ich so liebe. Ich habe immer das Gefühl, ich könnte stundenlang bei diesen Häusern verweilen und Geschichten spinnen, was sich in diesen Häusern wohl einmal zugetragen hat. Auf einem Schild lesen wir, dass sich in diesem Haus das Bischöfliche Generalvikariat befindet. Das sagt mir ehrlich gesagt nicht viel, aber es ist dennoch interessant zu wissen, das ein so verwunschenes Haus doch nicht ganz so verwunschen ist, wie ich dachte.



Auf dem weiteren Weg schaut uns ein Stromkasten traurig an, aber wir lachen zurück: Nicht traurig sein, es ist doch so schön hier!

 


Im Hotel checken wir ein und überlegen uns, wo wir denn essen gehen könnten: Essen gehen ist eine unserer Lieblingsbeschäftigungen – vor allem im Urlaub.


[Abend] – Essen gehen im Esperanto Hotel ****S

Dieses Vier-Sterne-Superior-Hotel mit Wellness- und Spa-Bereich hat es uns schon lange angetan. Wir übernachteten dort bisher einmal für ein Wochenende, direkt nach unserer kirchlichen Hochzeit. Das Abendessen dort kostet viel, aber es ist ein großes Buffet und –

Hey, das können wir uns doch einmal gönnen!

So spontan war diese Entscheidung tatsächlich nicht, weil das Buffet so teuer ist, aber trotzdem entschieden wir uns dafür.


Der Dom zu Fulda
Auf unserem Weg zum Restaurant mache ich noch einige Bilder von Fulda – so, wie es im Dunklen aussieht.

Das Restaurant ist wunderschön. Ich fühle mich darin nie so richtig wohl, weil ich das Gefühl habe, ich gehöre da nicht hin. Dennoch liebe ich ja gutes Essen und ab und zu eben auch schicke Restaurants.

Das Buffet besteht immer aus zwei Suppen, einer Salatbar, diversen warmen Gerichten, kleinen Snacks und einer großen Dessertauswahl. Alle Speisen wechseln täglich – das hatte uns auch bei dem letzten Aufenthalt so gut gefallen. In meiner Erinnerung an das tolle Buffet vom letzten Mal habe ich aber vergessen, dass ich das letzte Mal, als wir hier waren, noch Pescetarierin war und nicht Vegetarierin. Die Auswahl an Leckerein ist dementsprechend nicht so groß für mich:

Das vegetarisches Sushi ist leider schon von anderen Gästen gegessen worden. Die Suppen sind heute beide nicht vegetarisch. Und eine Käseplatte ohne Ausweisung, welches Lab verwendet wird, ist leider ebenfalls nicht vegetarierfreundlich.
Die Salate sind aber sehr lecker und auch die Kartoffelecken, die schön knusprig sind. Die Spätzle sind so gut, dass ich mir zwei Mal davon nehme. Alles andere, was ich vom Buffet nehme (Salzkartoffeln und Gemüse in Rahmsauce), ist nicht schlecht, aber auch nicht besonders. Das Dessert ist wiederum auch für mich sehr gut: Es gibt Eis, das für ein Restaurant wirklich gut schmeckt, was mich verwundert, da ich das aus Restaurants nicht gewöhnt bin. Bei Eis habe ich aber auch sehr hohe Ansprüche – normalerweise.
Auch das Schokomousse aus weißer Schokolade ist sehr gut.

Unser Fazit

Das Buffet ist gut, es gibt wirklich eine große Auswahl. Für Vegetarier war es zumindest heute nicht sehr gut geeignet. Es gab keine vegetarische Suppe und drei der vegetarischen Gerichte waren Nudeln, wobei das eine als vegetarisch ausgewiesene Gericht ein Nudelauflauf mit Käse war. Ich als Vegetarierin esse jedoch keinen Käse, wenn ich nicht weiß, welches Lab er enthält.

Vielleicht hatte uns die Erinnerung an das tolle Buffet etwas getrübt, oder es war an diesem Abend einfach nicht so gut für mich und ich habe Pech gehabt. Schön war es trotzdem und die Bäuche waren auch mehr als voll, weil wir von allem, das wir probieren konnten, auch etwas probieren wollten.
Ohne eine Übernachtung in dem Hotel mit Halbpension werden wir dort aber auch nicht mehr essen gehen, denn 27 € pro Person ohne Getränke lohnen sich für uns für solch ein Buffet leider nicht.


[Der nächste Morgen] – Das Café Glück

Speisekarte im Café Glück
Sieht nicht dieses Logo (hier: auf der Speisekarte) schon niedlich aus? 🙂

Nicht wirklich ausgeschlafen und trotzdem zu spät stehen wir heute um 9 Uhr morgens auf, packen unser Zeug wieder zusammen und checken aus. Und dann suchen wir unser Glück. Und wo sucht man das Glück in Fulda? Na, im Café Glück in der Friedrichstraße, mitten in der Innenstadt.

Glücksaufladestation am Café Glück

Wenn Kai und ich Essen gehen lieben, dann lieben wir mindestens so gerne auch Frühstücken gehen. Das machen wir allerdings wirklich nur im Urlaub.

Begrüßt von einem glückbringenden Einhornschwein an der Tür betreten wir das Café und haben wirklich Glück, dass noch ein kleiner Tisch frei ist. Reservieren würde ich hier am Wochenende also empfehlen. Im Sommer kann man jedoch auf der Terrasse mitten in der Sonne sitzen.

Das Café ist liebevoll eingerichtet, mit hellen und weißen Möbeln an graugestrichenen Wänden, an denen auch Bilderrahmen mit Zitaten zum Thema „Glück“ hängen. Auch die Dekoration passt hervorragend zur Einrichtung und zum Thema und wenn man will, kann man sich auch Mitbringsel mitnehmen.

Zitate im Bilderrahmen im Café Glück in Fulda
Ein Zitat an der Wand vom Café Glück im Bilderrahmen, direkt über unserem Tisch.

Unser Frühstück

Frühstück im Café Glück in Fulda
Durch die Lichtverhältnisse spiegelt dieses Bild zwar nicht die Farbenvielfalt wieder, die wir auf unserem Tisch hatten, aber ich hoffe, man erkennt trotzdem, wie lecker das aussieht, weil es lecker war!

Auch die Speisen in der Speisekarte sind meist nach dem Thema benannt. Kai frühstückt zum Beispiel einen „Glücksfall“ – ein Croissant mit Butter und hausgemachter Marmelade und ich frühstücke „Pures Glück“ – Joghurt mit Müsli, frischem Obst und einem Orangensaft dazu. Einfach wunderbar!

Und um unser Glück noch zu maximieren, verzichten wir nach dem Essen auch nicht auf die hausgemachten Kuchen. Der Käsekuchen schmeckt hier „noch besser, als der von meiner Oma“, wie es in der Speisekarte heißt, und das ist wohl tatsächlich so. Einen besseren Käsekuchen haben weder Kai noch ich je gegessen. Aber auch der Mohnstreuselkuchen ist fast göttlich.

Kai und ich haben uns geschworen, dass wir hier auch einmal nachmittags zum Essen herkommen und die warmen Speisen probieren, von denen auch ein großer Teil sogar vegan ist.

Das Café empfehlen wir also von ganzem Herzen, denn man verlässt es wirklich glücklich. Vieles ist hausgemacht oder von regionalen Anbietern mit Liebe hergestellt und die Preise sind für die gute Qualität auch absolut bezahlbar. Wenn sich das Café in meinem Ort befinden würde, wäre ich wahrscheinlich schon mehrere Kilo schwerer und auch pleite. 😀


[Die letzte Stunde]

In der Innenstadt von Fulda
Wunderschön ist die Stadt auch an einem wolkenverhangenen Tag anzusehen.

In der letzten Stunde unseres Aufenthaltes gehen wir durch Straßen, die wir noch nicht gesehen haben und durch Straßen, die wir schon gesehen haben. Natürlich fotografiere ich noch viel und probiere den Pro-Modus meiner Smartphonekamera aus, denn bei einem wolkenverhangenen Himmel kann man mit der automatischen Einstellung keine schönen Fotos machen.

Am Bahnhof sind wir etwas zu früh angekommen, aber wir gehen im Bahnhof noch hin und her und steigen dann in den Cantus. Und, so müde, wie ich (warum auch immer) bin, schlafe ich einen großen Teil der Strecke.

Nach Fulda werden wir immer wieder fahren – mindestens für einen Tagesausflug und dann nehmen wir auch meine Schwester, ihren Freund und meine Mama mit. Und vielleicht schaffen wir es nächstes Mal, uns die Sehenswürdigkeiten genauer anzusehen!


Wohin fährst du gerne für einen spontanen Ausflug oder für einen Kurzurlaub, um dem Alltag zu entfliehen? Ich freue mich auf deine Empfehlungen!

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