Blauer Stein

Meer und Himmel

Ein blauer Stein in der Hand,
eine Brücke über das Meer,
ein Geländer, das nicht hält,
ein Netz, das uns fängt.

Eine rote Pik Sieben,
ein paar Fotografien,
verfliegende Stunden,
sehnsüchtig erwartete Minuten. –

Geh über die Brücke
zur geträumten Unendlichkeit,
zu klaren, satten Farben,
zum einzig wahren Sinn der Welt.

Wenn du fällst, weil dich nichts hält,
fängt dich das Netz,
gewebt aus Worten und aus Farben.
Stehe wieder auf. Atme Meeresluft.

Blick‘ empor zum Mond,
nenne die Nacht beim Namen.
Sie wartet auf dich,
um dich zu umarmen.

Auch noch weit entfernt vom Meer,
findest du eine Lichtung im tiefsten Wald,
einen lebenden See unter dem Mond. –
Libellen schillern dort auch nachts.

Wähl‘ eine aus, sie wird dich begleiten,
auf die andere Seite der Welt.
Rufe mich, wenn du mich brauchst.
Und willst du alleine bleiben, so geh‘ allein,
aber nimm deine Träume an die Hand.

Und wenn du fällst, fängt dich das Netz,
gewebt aus starken, reißfesten Fäden.
Steh‘ wieder auf, sei einfach Du,
atme freie Meeresluft
und nimm deine Träume an die Hand. –

Ein blauer Stein um deinen Hals,
eine Brücke über das Meer,
die Träume, die dich halten,
ein Mond, der dich führt
und eine heilige, geordnete Welt.


Foto: www.pixabay.com

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