Im Wein liegt die Wahrheit

Gedicht: Im Wein liegt die Wahrheit - Bild: Roter Mohn auf weißem Hintergrund

Sinn zerfließt im Sand,
wenn ich spreche,
verloren im dunklen Schwarz
der Wüste
und so lange ich grabe,
so lange ich wühle,
ist er doch verschwunden
in den Zahnrädern der Zeit.

Erinnern kann ich mich nicht.
Kein Wille hilft mir dabei,
wenn meine Hand zitternd
das zerbrochene Weinglas
hält, das Romeo mir zu unserem Todestag gab,
gefüllt mit blutrotem Wein.

Mir selbst vergeben?
Das kann ich nicht.
Ich bin nicht Julia.
Nur ein Wort – ein Wort!…
Ein Wort zu viel für diese Nacht.
Enden wird sie wieder im grellen Tag,
der unsere Gräber zu bloßen Steinen macht.

Verdammt sind wir,
verdammt, mein Romeo –
in einem Körper, in einer Nacht,
in diesem einen Leben.
Verdammt, auf irdischen Wegen zu gehen,
zu fühlen, wie wir vergessen,
was noch nicht geschehen ist.


Ich danke dem Theater im OP (ThOP) in Göttingen für die (indirekte) Inspiration, die im Mai das Stück „Romeo und Julia“ von William Shakespeare spielten und das meiner Meinung nach nicht besser hätte sein können.
Außerdem danke ich Isa, einer lieben Freundin, ohne die ich zum einen nicht bei dem Stück gewesen wäre und die mich zum anderen zum Titel inspirierte.
Bild: www.unsplash.com

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